Russlanddeutsche lebten in schlichten, funktionalen Räumen, oft mit lokal gefertigten Möbeln und traditionellen Elementen wie einem Samowar, der den Alltag prägte.
Der Strudel der Russlanddeutschen ist eine herzhafte Variante, meist mit Kartoffeln gefüllt und mit Tomatensoße serviert. Er unterscheidet sich vom klassischen Apfelstrudel, da er herzhaft zubereitet wird.
“Backenbart”
Die Mode der Koteletten verbreitete sich von England nach Deutschland und schließlich nach Russland, wo sie durch Alexander Sergejewitsch Puschkin bekannt wurden. Das Wort „бакенбард“ leitet sich von den deutschen Wörtern „Backen“ (бакен) und „Bart“ (бард) ab. Wörtlich übersetzt bedeutet es also „ein Bart, der auf den Wangen wächst“.
Die Sommerküche, die besonders in ländlichen Gebieten verbreitet war, diente in den warmen Monaten als zentraler Arbeitsort, um Mahlzeiten zuzubereiten und Vorräte einzukochen, ohne die Hauptküche zu überhitzen.
Das Hochzeitsessen der Russlanddeutschen war von Tänzen und Gesängen begleitet, unterbrochen durch Bräuche wie den Brautraub und das Stehlen des Brautschuhs mit anschließendem Rückkauf.
Das Wort „Дуршлаг“ (Küchensieb) wurde aus dem Deutschen entlehnt. Es stammt von „Durchschlag“, das wiederum vom Verb „durchschlagen“ abgeleitet ist. Der Name bezieht sich auf den Boden des Siebs, der mit zahlreichen kleinen Löchern durchsetzt ist.
Künstlerisch gestaltete Bibelsprüche mit Blumenmustern und christlichen Symbolen waren ein typisches Merkmal der volkstümlichen Kunst evangelischer Russlanddeutscher, besonders unter Mennoniten.
Traditionell gab es in den Familien der Russlanddeutschen viele Kinder.
Der Lehmofen diente den Russlanddeutschen zum Backen von Brot und stand häufig im Freien. Die massive Bauweise sorgte dafür, dass die Hitze lange gespeichert wurde und das Brot gleichmäßig ausbacken konnte.
Die Wohnräume waren komfortabel eingerichtet, meist mit handgefertigten Möbeln, teils vor Ort hergestellt, teils aus ursprünglichen Siedlungsgebieten wie dem Wolgagebiet mitgebracht.
Dieses traditionelle Gericht der Russlanddeutschen erinnert an das russische Chvorost, jedoch sind Krebli im Gegensatz dazu fluffig und weich.
“Butterbrot”
Das Wort бутерброд stammt aus dem Deutschen und bedeutet „Brot mit Butter“ (von Butter „бутер“ + Brot „брод“). In gedruckten Quellen ist es mindestens seit 1824 in der Form „Бутерброд“ nachweisbar.
„In Deutschland waren wir Fremde, trotz unserer Sprache. Manchmal hat es wehgetan, wenn sie uns fragten, woher wir wirklich kommen.“
1950
„Ich habe meine Heimat verlassen, um euch eine bessere Zukunft zu geben. Es war nicht leicht, in einem Land neu anzufangen, das nicht meins war.“
1966
„Ich bin zwischen den Kulturen aufgewachsen. Manchmal frage ich mich, wohin ich wirklich gehöre und wo meine Heimat ist?“
2000
Heimat für mich bedeutet, der Ort, wo ich aufgewachsen bin, wo ich meine Kindheit verbracht habe.
Ein Ort an dem Menschen einen willkommen heißen, egal welche Nationalität man hat.
Heimat ist der Ort, wo ich und meine Familie sich sicher und wohl fühlen.
Der Ort dessen Kultur, Mentalität und Alltag länger und z.T. stärker auf mich gewirkt hat.
Wo man glücklich ist.
Eine Umfrage zum Heimatgefühl der Russlanddeutschen brachte einige zentrale Aussagen ans Licht:
Ich unterscheide in meinem Leben eigentlich zwischen meinem Zuhause also Deutschland und meiner Heimat Russland.
Это там, где я счастлива.
Место, куда хочется возвращаться снова и снова. Место, честью которого хочется быть.
Место где душа чувствует себя дома.
Ein Land an dem ich die meiste Zeit meines Lebens verbracht und dort ein Leben aufgebaut habe.